Durch einen gesundheitsberwußten Lebensstil lässt sich das individuelle Krebsrisiko aktiv senken. Doch was bedeutet “gesundheitsbewußt” eigentlich?
Ausgewogene und bunte Ernährung
Essen und Trinken ist viel mehr als Genuss. Über die Nahrung nimmt der Körper wichtige Nährstoffe auf und bleibt so leistungsfähig. Gesunde Ernährung besteht hauptsächlich aus pflanzlichen Lebensmitteln, die wenige Kalorien enthalten, aber reich an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen sind. Ebenfalls dazu gehören: Öle mit vielen ungesättigten Fettsäuren, Nüsse und Vollkornprodukte.
In Bewegung bleiben
Für einen gesunden Lebensstil ist es nicht nur wichtig, was und wie viel man isst, sondern auch wie viel man sich bewegt. Entscheidend ist die Energiebilanz.
Das heißt konkret: Der Körper sollte nur so viele Kalorien über die Nahrung aufnehmen, wie er am Tag verbraucht. Denn eine kalorienreiche Ernährung in Kombination mit wenig Bewegung führt schnell zu einer Gewichtszunahme. Studien haben gezeigt, dass das Krebsrisiko bei einem höheren Body-Mass-Index (BMI) deutlich steigt.
Sport und Bewegung spielen eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Krebs. Studien zeigen: Menschen, die sich viel bewegen, senken ihr Krebsrisiko. Ob man körperlich arbeitet oder Ausdauer- oder Kraftsport betreibt, scheint dabei weniger wichtig zu sein.
Sonnenschutz ist Hautkrebsprävention
Die Sonne ist lebensnotwendig: Sie stärkt unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. So regt zum Beispiel ihr Licht das Immunsystem und den Stoffwechsel an. Außerdem ist sie entscheidend für die Produktion von Vitamin D, das wir unter anderem für unseren Knochenaufbau benötigen.
Doch zu viel Sonnenstrahlung ist schädlich und kann sogar krankmachen. Denn sie lässt die Haut altern und verursacht im schlimmsten Fall Hautkrebs. Allein in Deutschland sind von Hautkrebs pro Jahr fast 300.000 Menschen neu betroffen, Tendenz steigend. Deshalb ist es wichtig, sich vor den UV-Strahlen im Sonnenlicht zu schützen. Auch bei Wolken, kann es schnell und unbemerkt „zu viel werden“. Hier ist es empfehlenswert, den UV-Index des Tages zu checken und entsprechende Schutzmaßnahmen treffen.
Unbedingt Nichtrauchen
Rauchen ist die häufigste Ursache für Krebs. Bereits bei einer Zigarette pro Tag steigt die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 48 Prozent. Zudem besteht ein deutlich höheres Risiko, an Krebs zu erkranken.
120.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen des Rauchens. Außerdem ist Tabakrauch der wichtigste Risikofaktor für Krebs: Rund ein Drittel aller Krebserkrankungen ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf das Einatmen des Tabakqualms zurückzuführen. Insbesondere Tumore in Lunge, Mundhöhle, Kehlkopf, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Harnblase, Gebärmutter, Brust, Knochenmark und Dickdarm werden dadurch wahrscheinlicher.
In Deutschland rauchen etwa 24 Prozent der Erwachsenen. Zudem greifen rund sieben Prozent der Zwölf- bis 18-Jährigen mehr oder minder regelmäßig zum Glimmstängel. Nicht ohne Folgen: Bei Lungenkrebs ist zu 90 Prozent aller Fälle Tabakrauch die Ursache. Auch von Kehlkopfkrebs sind überwiegend Raucher betroffen. Die Zahl der Jugendlichen, die selbst zur Zigarette greifen, ist indes in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen: Aus dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung geht hervor, dass zuletzt nur noch 3,7 Prozent der unter 17-Jährigen rauchten. 2003 waren es noch 14,2 Prozent.
Rauchen schadet aber nicht nur denen, die es aktiv betreiben. Passivrauchen ist ebenfalls gefährlich. Mindestens 400 Lungenkrebstodesfälle bei Erwachsenen sind in Deutschland pro Jahr auf „Mitrauchen“ zurückzuführen. Wer großem Mengen Passivrauch ausgesetzt ist, verdoppelt sein Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.
Zudem werden dadurch Kehlkopfkrebs und Tumore im Rachenbereich begünstigt. Besonders gefährdet sind Kinder rauchender Eltern. Sie leiden – neben dem erhöhten Krebsrisiko – zudem vermehrt unter Mittelohrentzündungen, Bronchitis und Lungenentzündungen.
Tabakrauch ist ein komplexes Gemisch aus den Destillations- und Verbrennungsprodukten des Tabaks. Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) gibt an, dass bisher über 4.000 verschiedene chemische Bestandteile identifiziert werden konnten. Einige sind sogar radioaktiv und mindestens 50 davon als krebserregend bekannt. Diese Stoffe bewirken Schäden im Erbgut der Zellen. Das natürliche Reparatursystem des Körpers kann diese normalerweise beheben. Bei Menschen, die regelmäßig rauchen, funktioniert das nur noch eingeschränkt. Die Schädigung ist bei ihnen meist dauerhaft.
Selbst in Organen, die nicht unmittelbar mit Tabakrauch in Berührung kommen, kann Krebs entstehen. Denn die krebserregenden Substanzen gehen nach dem Einatmen ins Blut über und verteilen sich so im ganzen Organismus.
In den vergangenen Jahren greifen Raucher vermehrt zur elektrischen Alternative zur Zigarette: den E-Zigaretten, auch Vaporizer genannt. Diese beinhalten anstelle von Tabak Flüssigkeiten, sogenannte Liquids, die verdampft werden. Darin sind oft Nikotin und andere schädliche Zusatzstoffe enthalten. Werden diese Schadstoffe beim Verdampfen freigesetzt und eingeatmet, können sie in den Zellen zu Veränderungen der DNA führen. Was viele nicht wissen: Einige Liquids haben sogar einen höheren Nikotin-Anteil als Zigarettentabak.
Die Wasserpfeife ist besonders bei Jugendlichen beliebt. In der sogenannten „Shisha“ wird der Tabak bei niedrigen Temperaturen verschwelt. Dabei entstehen krebserregende Gifte wie Acetylaldehyd, Acrolein und Benzol, die beim Rauchen in hoher Konzentration direkt in die Lunge gelangen. Shisha-Tabak enthält außerdem Feuchthaltemitteln und Geschmacksstoffe. Werden sie verschwelt, bilden sich weitere Giftstoffe, wie zum Beispiel Teer.
E-Zigaretten und Wasserpfeife zu rauchen, ist also keineswegs weniger schädlich als es „echte“ Zigaretten sind. Weil Liquids und Shisha-Tabak in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich sind, gelten sie als „Einstiegsdroge“ für Jugendliche. Denn die Aromen überdecken den strengen Tabakgeschmack. Umso wichtiger ist es, bei der Prävention vermehrt auf die Risiken hinzuweisen.
Seit einigen Jahren ist ein Rückgang beim Zigarettenkonsum bei Jugendlichen zu verzeichnen. Stattdessen steigt aber der Konsum von Einweg-E-Zigaretten an. Diese sind bunt, mit verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Zuckerwatte oder Strawberry versetzt und sehen aus wie Stifte. Aber sie enthalten Nikotin und können so Einstiegsprodukte für Tabakzigaretten sein.
Die beste Methode, die gesundheitlichen Risiken des Rauchens zu vermeiden: Gar nicht erst damit anfangen! Und wer bereits raucht, sollte damit wieder aufhören. Denn auch nach jahrelangem Konsum kann der Körper sich von den Folgen der Sucht erholen: Schon nach zwölf Stunden ohne Tabakrauch steigt der Sauerstoffpegel des Blutes und damit die Leistungsfähigkeit des Körpers. Innerhalb von einigen rauchfreien Wochen wird der Kreislauf stabiler und die Lungenfunktion verbessert sich. Mit jedem weiteren Tag sinkt außerdem das Risiko, an Mundhöhlen-, Rachen-, Speiseröhren- oder Lungenkrebs zu erkranken.
Je früher der Ausstieg erfolgt, desto deutlicher sind die positiven Auswirkungen auf den Körper. Wer im Alter von 25 bis 34 Jahren mit dem Rauchen aufhört, lebt durchschnittlich zehn Jahre länger als jemand, der bis zu seinem Lebensende weiterraucht. Doch auch im höheren Alter hat der Verzicht noch spürbare Folgen. Ein Rauchstopp mit 55 bis 64 Jahren verlängert das Leben im Schnitt um vier Jahre.
Tipps, um mit dem Rauchen aufzuhören:
- Rauchen Sie nur noch zu festen Zeiten. Legen Sie genau fest, wann Sie rauchen. Achten Sie darauf, sich höchstens alle 90 Minuten und nur im Freien eine Zigarette anzuzünden. Wenn Sie dazwischen Lust haben, trinken Sie stattdessen ein Glas Wasser.
- Haben Sie keine Zigaretten dabei. Lassen Sie die Zigarettenschachtel zuhause liegen, wenn Sie das Haus verlassen, und leeren Sie den Aschenbecher nicht aus.
- Bereiten Sie sich auf den Ausstieg vor. Überlegen Sie sich vorher, was eine gute Alternative zur Zigarette sein könnte. Wer etwa nach dem Essen immer „eine geraucht“ hat, kann sich zum Beispiel angewöhnen, schnell aufzustehen und sich die Zähne zu putzen. Hilfreich ist außerdem, alle Rauchutensilien am Abend vor dem ersten rauchfreien Tag zu entsorgen.
- Belohnen Sie sich selbst. Stecken Sie sich Zwischenziele und gönnen Sie sich selbst etwas, wenn Sie diese erreichen.
- Greifen Sie auf Übergangslösungen zurück. Wenn die anfänglichen Entzugssymptome zu stark werden, können Nikotinpflaster oder -Lutschtabletten Abhilfe schaffen. Aber Achtung: Beides ist keine Dauerlösung, denn Nikotin bleibt, egal in welcher Form, eine schädliche Substanz.
Verschiedene Stellen bieten Raucherinnen und Rauchern, die aufhören möchten, darüber hinaus Hilfen an: Die gesetzlichen Krankenkassen, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, kirchliche Institutionen, Familien- und Suchtberatungsstellen sind Anlaufstellen für Rauchentwöhnungskurse und Beratungen.
Wenig oder besser keinen Alkohol
Jeder Schluck schadet! Wer häufig oder große Mengen Alkohol zu sich nimmt, hat ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken. So selten wie möglich zu alkoholischen Getränken greifen.