Sonnenschutz ist Krebsprävention
Die Sonne ist lebensnotwendig: Sie stärkt unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. So regt zum Beispiel ihr Licht das Immunsystem und den Stoffwechsel an. Außerdem ist sie entscheidend für die Produktion von Vitamin D, das wir unter anderem für unseren Knochenaufbau benötigen. Doch zu viel Sonnenstrahlung ist schädlich und kann sogar krankmachen. Denn sie lässt die Haut altern und verursacht im schlimmsten Fall Hautkrebs. Allein in Deutschland sind von Hautkrebs pro Jahr fast 300.000 Menschen neu betroffen, Tendenz steigend. Deshalb ist es wichtig, sich vor den UV-Strahlen im Sonnenlicht zu schützen. Auch bei Wolken, kann es schnell und unbemerkt „zu viel werden“. Hier ist es empfehlenswert, den UV-Index des Tages zu checken: Ist der Wert größer 5 ist die Belastung durch UV-Strahlung hoch, ab einem UV-Index von 3 bitte die Haut schützen.
Richtig eincremen
Am besten bereits am Morgen, spätestens aber 30 Min. vor dem Gang ins Freie, reichlich wasserfeste Sonnencreme (LSF 30 – 50) auf alle unbedeckten Körperstellen auftragen und regelmäßig nachcremen. Aber Achtung: mit dem Nachcremen verlängert sich die Schutzwirkung nicht, sondern erhält sie nur. Die Eigenschutzzeit der Haut liegt in der Regel nur zwischen 10 bis max. 30 Minuten und ergibt multipliziert mit dem Lichtschutzfaktor der Creme die „ungefähre“ Zeit, die man gefahrlos in der Sonne verbringen kann.
Richtig anziehen
Den besten Schutz bietet langärmlige, dichtgewebte und locker sitzende Kleidung. Spezielle UV-Schutzkleidung gibt es inzwischen nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Auch im Bereich des Arbeitsschutzes gibt es für die verschiedenen Gewerke passendes. Auf jeden Fall empfehlenswert: Ein Hut oder eine Kappe. Und die Sonnenbrille nicht vergessen.
Richtiges Timing
Mittags ist die Sonneneinstrahlung am intensivsten. Zu dieser Zeit die pralle Sonne besser meiden und ein schattiges Plätzchen suchen.
Kinderhaut braucht besonderen Schutz
Kinderhaut ist weitaus empfindlicher, da der Eigenschutz der Haut noch nicht final ausgebildet ist. Sonnenbrände in frühen Jahren können das Risiko für späteren Hautkrebs wesentlich erhöhen. Kinder sollten daher übermäßiger Sonneneinstrahlung nicht ausgesetzt werden. Es gilt: starke Sonnenstrahlung vermeiden, schützende Kleidung nutzen, von Kleidung nicht bedeckte Hautstellen eincremen und (natürlich) als Erwachsener Vorbild sein! Für Babys ist direkte Sonneneinstrahlung unbedingt tabu.
Warum ist UV-Strahlung gefährlich?
Um diese Frage zu beantworten, ist es wichtig zu verstehen, wie Sonnenstrahlung aufgebaut ist. Denn es gibt mehreren Strahlungsarten unterschiedlicher Wellenlängenbereiche: die ultraviolette (UV), die sichtbare (VIS) und die infrarote (IR) Strahlung. Die sichtbaren Anteile der Sonnenstrahlung nehmen wir als Farben wahr. Das Spektrum des menschlichen Auges reicht von violett über blau, grün, gelb und orange bis hin zu rot. Die UV-Strahlung ist für unsere Augen unsichtbar. Trifft sie allerdings auf die Haut, dringt sie in diese ein und löst dort eine Reaktion aus. Bleibt man zu lange in der Sonne und setzt sich damit zu lange der UV-Strahlung aus, wird die Haut rot – man spricht dann von einem „Sonnenbrand“.
Die Wellenlängenbereiche von UV-Strahlung
UV-A-Strahlung umfasst den Wellenlängenbereich von 315 bis 380 Nanometer (nm) und kann tief in das Gewebe eindringen. Wirkt sie auf die Haut ein, kommt es zur Hautbräunung, allerdings nur für kurze Zeit. Gleichzeitig schädigt sie die Kollagenfasern, also die Strukturproteine der Haut und führt dadurch zur vorzeitigen Hautalterung.
UV-B-Strahlung ist mit dem Wellenlängenbereich von 280 bis 315 nm kurzwelliger und energiereicher als die UV-A-Strahlung. Sie dringt nicht so tief in die Haut ein wie UV-A-Strahlung. Folge einer hohen UV-B-Belastung ist der Sonnenbrand. Darüber hinaus schädigt die UV-B-Strahlung die Zellen und kann so zur Bildung von Hautkrebs führen. Andererseits ist UV-B-Strahlung wichtig für die Produktion von Vitamin D. Das Vitamin D spielt in unserem Körper eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des Kalzium-Spiegels im Blut und beim Knochenaufbau.
Mit einem Wellenlängenbereich von nur 100 bis 280 nm ist die UV-C-Strahlung der kurzwelligste und energiereichste Teil der UV-Strahlung. Sie gelangt nicht bis zur Erdoberfläche, da die oberen Luftschichten in der Erd-Atmosphäre die UV-C-Strahlung absorbieren. Sie wird also quasi herausgefiltert.
So wirkt UV-Strahlung auf die Haut
Doch nur ein Teil der Sonnenstrahlung trifft auf die Haut. Den die oberen Luftschichten in der Erd-Atmosphäre halten einen Großteil der Strahlung ab. UV-C-Strahlung wird dabei komplett herausgefiltert, UV-B-Strahlung zum größten Teil. Die auf die Haut treffende UV-Strahlung besteht daher überwiegend aus UV-A-Strahlung. Das Tückische daran ist: Die Strahlung kann in die Haut eindringen, sogar tiefe Hautschichten erreichen und auf ihrem Weg die Zellen schädigen. Die UV-A-Strahlung führt zunächst zum Verlust der Elastizität der Haut und es bilden sich Falten. Einen Teil dieser Schäden kann der Körper ausgleichen und Zellen reparieren. Ist die Schädigung der Zellen jedoch zu stark, kann sich Hautkrebs bilden.
Wesentliche Ursache für die Entstehung eines Sonnenbrandes ist die UV-B-Strahlung. Sie dringt nur in die oberen Hautschichten ein, löst dort aber oft eine entzündliche, teils schmerzhafte Reaktion mit Rötungen, Schwellungen und Bläschenbildung aus. Auch hier ist der Körper in der Lage, eine bestimmte Menge an Strahlung auszugleichen – abhängig vom Hauttyp. Hat man aber zu oft einen Sonnenbrand, kann das die Entstehung von manchen Arten von Hautkrebs und dessen Vorstufen fördern. Und was viele nicht wissen: UV-B-Strahlung kann sogar schon vor der ersten Rötung eine Zellschädigung hervorrufen.
Ist Sonnenbräune schädlich?
Wenn UV-Strahlung auf die Haut trifft, bildet sie das Pigment Melanin – also der Farbstoff, der Hautzellen braun werden lässt. Bräune ist immer eine Schutzfunktion der Haut, die anzeigt, dass sie stark belastet ist. Auf aktives Bräunen sollte daher möglichst verzichtet werden. Eine „gesunde Bräune“ gibt es nicht. Wie gut diese Schutzfunktion des Bräunens tatsächlich ist, hängt aber vom Hauttyp ab: Denn helle Haut kann weniger Melanin bilden als dunkle.
Ist der Körper wiederholt intensiver UV-Strahlung ausgesetzt, verdickt sich zusätzlich die oberste Hautschicht. Es bildet sich dort ein natürlicher Selbstschutz, die sogenannte Lichtschwiele aus. Deren Schutzwirkung wird jedoch häufig überbewertet, denn die UV-Strahlung kann hier bereits Zellschäden nach sich ziehen. Bei Kindern kommt hinzu, dass deren Haut im Vergleich zur Haut von Erwachsenen deutlich dünner ist. Der Aufbau der körpereigenen Schutzfunktion von Kindern gegen die Strahlung ist also nicht so effektiv. Entsprechend sollten Kinder weniger Zeit in der Sonne verbringen. Je nach Hauttyp können schon wenige Minuten ohne Schutz einen Sonnenbrand verursachen.
Durch UV-Strahlung ausgelöster Hautkrebs
Nicht alle Krebsarten, die durch Sonnenstrahlung ausgelöst werden, sind gleich aggressiv. Dennoch müssen sie behandelt werden. Umgangssprachlich wird zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs unterschieden. Weißer Hautkrebs kommt deutlich häufiger vor.
Basalzellkarzinome, auch Basaliome genannt, sind die häufigste Form von Hautkrebs. Sie werden auch als heller oder weißer Hautkrebs bezeichnet. Dabei bilden sich in der untersten Schicht der Oberhaut, der Basalzellschicht, Tumore. Sie können am ganzen Körper entstehen. Betroffen sind in der Regel aber nur die Stellen, die langjährig und intensiv der natürlichen UV-Strahlung ausgesetzt waren, wie Gesicht, Nacken und Ohren. Oft tritt der Krebs erst nach dem 60. Lebensjahr auf.
Basalzellkarzinome sind in der Regel gut heilbar und bilden nur selten Tochtergeschwulste (Metastasen). Daran sind die Tumore zu erkennen:
- klein
- langsam wachsend
- rötliche Hautfarbe
- unregelmäßige Form
- kleine Knötchen am Rand
- feine Äderchen
- Blutungen
- Krustenbildung
- Heilungsstörungen
Das Plattenepithelkarzinom, auch Stachelzellkarzinom oder Spinaliom genannt, ist die zweithäufigste Hautkrebsart. Hier bilden sich Tumore aus den Zellen der Stachelzellschicht, die oberhalb der Basalzellschicht in der Oberhaut liegt. Ist eine Stelle langjähriger, dauerhafter UV-Bestrahlung ausgesetzt, können sich dort zunächst die Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms, die sogenannten aktinischen Keratosen bilden. Die Haut wird dort rau, schuppig und verfärbt sich leicht rötlich. Es bilden sich Knoten mit rauer, stark verhornter Oberfläche – ein Plattenepithelkarzinom hat sich entwickelt.
Plattenepithelkarzinome sind in der Regel gut behandelbar und bilden nur selten Tochtergeschwulste (Metastasen). Sie treten meist erst nach dem 60. Lebensjahr auf. Symptome sind:
- gerötetes Hautareal
- Hornschuppen
- Blutungen
- Krustenbildung
- Heilungsstörungen der Haut
- unregelmäßige Form
- kleine Äderchen
Das Maligne Melanom, der sogenannte schwarze Hautkrebs, ist die aggressivste und gefährlichste Form des Hautkrebses. Er entsteht in den pigmentgebenden Zellen der Haut, den Melanozyten. Von dort aus können sie sich über die Lymph- und Blutbahnen verbreiten. Weil der Krebs dabei so aggressiv ist und schnell Tochtergeschwüre (Metastasen) bildet, kann er tödlich verlaufen – vor allem, wenn die Metastasen lebenswichtige Organe betreffen.
Typisch für den Krebs sind kleine, dunkel verfärbte Hautpartien, die an Muttermale erinnern. Symptome sind:
- unterschiedliche braunschwarze Farbtöne
- meist mit unregelmäßiger Begrenzung
- auch rötlich-entzündlich
Ein gutes Körpergefühl – Selbst-Check der Haut
Auch bei der Hautgesundheit, gibt es die Möglichkeit selbst aktiv zu werden: mit dem regelmäßigen Check-up der Haut.
Hier dient die »ABCDE-Regel« als Orientierung. Als auffällig gelten Muttermale mit folgenden Merkmalen:
A Asymmetrie
B unscharfe Begrenzungen/raue Oberfläche
C unregelmäßige Farbe (Color)
D Durchmesser (>5mm) und Dynamik (wie schnell verändert sich das Muttermal?)
E Erhabenheit über das Hautniveau oder Evolution (Größenzunahme) Veränderung in den letzten drei Monaten
Kopf und Nacken: Am besten von oben nach unten. Die Kopfhaut und den Nacken nicht vergessen. Dann das Gesicht, die Ohren, Augen, die Lippen und auch in den Mund schauen.
Oberkörper und Po: Die Vorderseite und beide Seiten des Köpers checken. Beim Blick auf Rücken und Po helfen Spiegel. Pofalte nicht vergessen!
Arme und Hände: Die Innen- und Außenseiten der Arme prüfen. Achseln nicht vergessen! Wie sieht die Haut der Hände und Finger aus? Auch: Zwischenräume und Nägel checken.
Genitalbereich: Keine leichte Aufgabe. Hier hilft ein Handspiegel beim Check der Haut der Genitalien.
Beine und Füße: Unten angekommen, sind die Beine und Füße an der Reihe. Auch hier alle Seiten checken und die Kniekehlen nicht vergessen. Auch die Zehen, Fußnägel, die Zehenzwischenräume sowie die Sohlen verlangen nach einem Blick.
Wichtig zu wissen
- den Selbst-Check 1 x im Monat durchführen
- Ein großer Spiegel erleichtert den Blick von Kopf bis Fuß
- Gerne eine vertraute Person einbeziehen
- Auf Veränderungen achten (rötliche Stellen, Wunden)
- Auffällig sind Veränderungen in Form, Farbe und Größe und auch Wunden, die nicht abheilen
Die Anleitung zur Selbstuntersuchung der Haut kann unter Infomaterial bestellt und heruntergeladen werden.
Unser Kita-Projekt
„SunPass – Gesunder Sonnenspaß für Kinder“ ist eine Aktion zusammen mit der IKK classic für Kindertagesstätten in NRW. Unser Ziel: Die Kleinsten von Anfang an vor Sonnenbrand zu schützen, für weniger Hautkrebs in späteren Jahren. Interessierte Kitas können sich beteiligen und zu Sonnenschutz-Kitas zertifizieren lassen.
Unser Schul-Projekt
simply U ist ein Präventions-Projekt zusammen mit der BARMER. Es richtet sich an Schulen in NRW mit dem Ziel, UV-Schutz und Hautkrebsprävention unterhaltsam in den Unterricht zu bringen. Sonnenschutz auf dem Schulhof kann Spaß machen und es gibt auch etwas zu gewinnen!
Unsere Vorträge für Unternehmen
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Sonnenschutz und Hautkrebsprävention in Leichter Sprache
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